Katholiken gegen Protestanten – warum gibt es so viel Feindseligkeit?



Frage: "Katholiken gegen Protestanten – warum gibt es so viel Feindseligkeit?"

Antwort:
Dies ist eine einfache Frage mit einer komplizierten Antwort, denn es gibt verschiedene Grade von und Gründe für die Feindseligkeit zwischen zweier religiöser Gruppen. Dieser eine bestimmte Kampf hat seine Wurzeln in der Geschichte. Reaktionsgrade reichten von freundlicher Meinungsverschiedenheit (wie es reflektiert wird in den zahlreichen ökomenischen Dialogen, die von zwei Gruppen geführt wird), bis hin zur völligen Verfolgung und Mord an Protestanten von den Römern. Die Reformationslehre, die den Papst als das Biest der Offenbarung und /oder den römischen Katholizismus als das Geheimnis von Babylon betrachtet sind immer noch üblich unter Protestanten. Es ist klar zu sehen das jemand mit dieser Einstellung sich nicht bald für Rom „erwärmen“ wird.

Für den größten Teil, heute zumindest, kommt diese Feindseligkeit von der menschlichen Natur wenn es um fundamentale Meinungsverschiedenheiten über ewige Wahrheit geht. Leidenschaften werden sich mit Sicherheit entzünden wenn es um die gewichtigeren Themen des Lebens geht, und jemandes Glaube ist ( oder sollte zumindest) an oberster Stelle. Viele Prostestanten glauben, das Katholiken ein Evangelium der Werke predigen, das nicht erlösen kann, während Katholiken glauben, das Protestanten Einfach-glauben lehren, das nichts als einen emotionalen Ausbruch braucht, der von einer manipulierenden Predigt hervorgebracht wird. Protestanten rügen Katholiken für ihre Marienverehrung und Katholiken denken, das Protestanten zu schwer von Begriff sind, um die Unterschiede zu erkennen, die Rom diesbezüglich gemacht hat. Diese Karikaturen sind oftmals schwer zu bewältigen.

Hinter diesen Meinungsverschiedenheiten über die Rolle des Glaubens und der Werke, der Sakramente, der Kanon der Schrift, die Rolle des Priestertums, Gebete zu den Heiligen und all die Fragen, die Maria und den Papst belangen usw., liegt der größte Spalt zwischen Katholiken und Protestanten: die Frage der Autorität. Wie jemand die Autoritätsfrage beantwortet wird gewöhnlich alle anderen Fragen lösen. Wenn es zur Entscheidung eines theologischen Themas über einen bestimmten katholischen Lehrsatzes kommt, dann gibt es eigentlich nicht wirklich viel zu diskutieren, denn wenn Rom etwas entschieden hat, dann ist es endgültig. Dies ist ein Problem, wenn man mit einem Katholiken diskutiert – Vernunft und die Schrift sind nicht die endgültige Autorität der Katholiken, sie können sich immer in die „Sicherheitszone“ der römisch-katholischen Autorität zurückziehen.

Deshalb kreisen viele der Argumente zwischen einem Protestanten und einem Katholiken um die „private Interpretation“ der Schrift gegen die „offizielle Lehre der römisch-katholischen Kirche“. Katholiken erheben Anspruch darauf, das sie die legitimen Probleme der privaten Interpretation erfolgreich verhindern, indem sie auf ihre Tradition vertrauen. Aber dies drängt die Frage lediglich um einen Schritt zurück. Die Wahrheit ist, das Katholiken und Protestanten am Ende ihrer Urteilsfähigkeit (wie sie ihre Autorität wählen) und ihren Auslegungsfähigkeiten (zu verstehen, was diese Autorität lehrt) vertrauen müssen, um entscheiden zu können, was sie glauben werden. Protestanten sind einfach mehr Willens, dies zuzugeben.

Beide Seiten können auch wild ihrem Familienglauben treu sein oder der Kirche, in der sie aufgewachsen sind, ohne sich viel Gedanken über die Lehre zu machen. Offensichtlich gibt es viele Gründe, und während wir uns nicht wegen sekundärer Themen spalten sollten, so stimmen doch beide Seiten überein, das wir uns entzweien müssen, wenn es um elementare Fragen geht. Jenseits dessen können wir übereinstimmen, da zu verehren, wo wir uns am meisten Übereinstimmend finden. Wenn es zum Katholizismus und zum Protestantismus kommt, so sind die Unterschiede einfach zu groß, um sie zu ignorieren. Dennoch gibt uns dies nicht die Genehmigung für Karikaturen und unwissende Urteilssprüche – beide Seiten müssen ehrlich in ihren Bewertungen sein und nicht weiter weg von dem zu gehen, was Gott offenbart hat.


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